Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Schwäbisch Hall

Neuer Radweg Michelfeld - Bubenorbis fast fertig!

Radweg Michelfeld–Bubenorbis: Nach vielen Jahren endlich auf der Zielgeraden

Teilababschnitte des neuen Radweges entlang der B 14
Teilababschnitte des neuen Radweges entlang der B 14 © ADFC Schwäbisch Hall (hk)

Man sollte es fast nicht für möglich halten: Der Radweg von Michelfeld nach Bubenorbis nähert sich tatsächlich seiner Fertigstellung. Vor über 10 Jahren bin ich nach Schwäbisch Hall gezogen, und bei einem meiner ersten ADFC Treffen (damals noch im Gasthaus Leidig) war der Radweg bereits ein Thema. Seither habe ich den Fortgang mit Interesse verfolgt und freue mich nun, dass der Weg tatsächlich Realität wird. Ich habe mir daher die Mühe gemacht, die Geschichte ein wenig zu recherchieren und an diese Stelle zusammenzufassen. Sie zeigt, dass sich Beharrlichkeit auszahlt, aber auch, dass man einen langen Atem von Plan bis Realisierung benötigt.

Die Geschichte dieses Radwegs ist nämlich eine lange und beginnt bereits 2012. Damals wurde die fehlende Verbindung zwischen Michelfeld und Bubenorbis als Lücke im kreisweiten Radwegenetz festgestellt. Die Gemeinden Michelfeld und Mainhardt bemühten sich anschließend gemeinsam mit dem Landkreis um eine Lösung. Weil beim Regierungspräsidium die personellen Kapazitäten für die Planung fehlten, übernahmen schließlich die beiden Gemeinden wesentliche Teile der Planung selbst.

Wer wie ich die Entwicklung schon länger verfolgt, weiß allerdings, dass viel Geduld gefragt war. Im September 2018 berichtete das Haller Tagblatt, dass der Radweg im darauffolgenden Jahr gebaut werden sollte. Damals war auch die heute im Bau befindliche Querungshilfe an der L 1046 beim Sportgelände Rote Steige bereits Bestandteil der Planung.

Doch daraus wurde zunächst nichts. Ende 2021 gab es einen weiteren wichtigen Schritt: Michelfeld schloss eine Vereinbarung mit der Bundesstraßenverwaltung. Die Kosten des Radwegs sollten von der Straßenbauverwaltung getragen werden, während die Gemeinde nach Fertigstellung die Bau- und Unterhaltungslast übernimmt. Auch auf unserer Webseite hatten wir damals schon über die Planungen berichtet.

Weitere Jahre vergingen. Noch 2023 führte das Land Baden-Württemberg den Radweg Bubenorbis–Michelfeld als laufende Radwegmaßnahme an der B 14. Die Länge der Verbindung wurde mit rund 6,8 Kilometern angegeben.

Ende 2025 wurde es dann endlich konkret: Die Gemeinderäte vergaben die Bauarbeiten. Die notwendigen Vorarbeiten wie Grundstückserwerb, Planung und Finanzierung waren abgeschlossen. Allein der Anteil der Gemeinde Mainhardt an den vergebenen Tief- und Straßenbauarbeiten belief sich auf gut eine Million Euro. Mainhardts Bürgermeister Danian Komor erinnerte bei der Auftragsvergabe daran, dass sich die Gemeinden bereits seit zehn Jahren mit dem Projekt beschäftigten.

Im Frühjahr 2026 begannen schließlich die Arbeiten. Das Haller Tagblatt berichtete Ende Februar vom Baustart und nannte als Ziel die Fertigstellung noch im Jahr 2026.

Und wie sieht es Ende September 2026 aus?

Inzwischen ist das Ziel tatsächlich in Sicht. Weite Teile der Strecke sind bereits asphaltiert und fertiggestellt. Lediglich an einer Stelle im Wald, an der das Gelände steil abfällt, stehen noch Arbeiten aus. Auch die Querungshilfe an der L 1046 beim Sportplatz nimmt inzwischen Gestalt an und wird asphaltiert.

Diese Querungshilfe fällt für die vergleichsweise kleine Landstraße recht großzügig aus. Als Alltagsradler wie ich kann man sich durchaus die Frage stellen, ob an dieser Stelle eine derart aufwendige Lösung erforderlich war und man einige Kosten hätte sparen könne. Aber ich will ja nicht meckern, sondern freue mich über die Fertigstellung.

Interessanter ist dagegen die Frage, welche Lösung für die stark befahrenen B 14 bei Bubenorbis vorgesehen ist. Der Ausschreibungsplan vom Januar 2025 sieht im Bereich Bubenorbis eine rund 80 Meter lange Querungshilfe vor. Dafür wird die B 14 aufgeweitet und eine Mittelinsel angelegt, sodass Radler die Bundesstraße in zwei Etappen überqueren können. Eine aus meiner Sicht sinnvollere Bedarfsampel ist nach den veröffentlichten Planunterlagen nicht vorgesehen.

Ob sich diese Lösung angesichts des Verkehrsaufkommens auf der B 14 in der Praxis bewährt, wird sich zeigen. Gerade für weniger routinierte Radfahrer und Familien mit Kindern wird entscheidend sein, ob sich die beiden Fahrtrichtungen dort sicher und ohne lange Wartezeiten queren lassen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt Planung, Ankündigungen und Verzögerungen spricht damit vieles dafür, dass die letzte große Lücke des Radnetzes zwischen Michelfeld und Bubenorbis noch 2026 geschlossen werden kann.

Für den Radverkehr wäre das ein erfreulicher Abschluss einer ausgesprochen langen Geschichte. Und wenn der Radweg komplett fertig ist, werden wir ihn natürlich auch selbst unter die Räder nehmen – eine kleine ADFC-Tour über die neue Verbindung bietet sich geradezu an.
 

PS: Die Skizze mit der Route und den geplanten Querungen kann aus technischen Gründen nicht komplett dargestellt werden, deswegen gibt es sie auf der rechten Seite zum Download.

 


 


https://sha.adfc.de/neuigkeit/neuer-radweg-michelfeld-bubenorbis-fast-fertig

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